03.07.2017

Die kleine Zwangspause hat gut getan. Ich habe von Bishop aus am 28.06.17 die ca. 16h lange Busreise bis nach San Francisco auf mich genommen. Mich interessierten natürlich von Anfang an nur zwei Dinge. Der Sport und das Sillicon Valley. Na gut, zur Golden Gate Bridge bin ich dann doch gefahren. Aber nach einem ernüchternden Foto dann doch relativ schnell wieder umgekehrt. 

So habe ich also noch im Bus die Karten für ein Spiel der Giants gebucht. Das muss ich mir jetzt einfach mal gönnen! Ich hoffe nur, dass mich keiner erwischt hat, als ich während des Spiels auf meinem Handy versucht habe herauszufinden was z.B. der Unterschied zwischen „Ball“ & „Strike“ ist. Zu einem Spiel gehört natürlich ein Bier und eine Bratwurst.

Okay $12.00 für ein Bier..ich nehme die Cola. Oder soll ich bei den Preisen nicht doch lieber verdursten!? Von meiner Rechnung hätte ich am Ende mehrere Tage auf dem Trail leben können..

Am zweiten, vollen San Francisco Tag laufe ich noch ein bisschen durch die Stadt. Und ehrlich gesagt ist plötzlich etwas da, von dem ich gedacht habe von befreit zu sein. Der Gedanke aufzuhören. Der Gedanke wieder nach Deutschland zu kommen. Soll man nicht immer dann aufhören, wenn es am schönsten (abgesehen von meiner Knieverletzung) ist? Ich hätte dies an dieser Stelle natürlich auch für mich behalten können. Aber das ist eben auch Teil des PCT. Und gehört in diesen Blog! Ich habe kein Problem damit Schwäche zu zeigen. Dieses Thema wird sehr selten auf dem Trail angesprochen. Gerade die Amerikaner geben auf dem Trail häufig den Starken, lebensfrohen Hiker der sich kein schöneres Leben vorstellen kann. Das ist aber bei weitem nicht so. Ich habe immer wieder versucht in die Leute hineinzuschauen. Viele Stellen sich die Frage was sie antreibt? Jeder hat schon so viel erreicht, hat sich Respekt rund um den Globus verschafft. Warum weiter machen, wenn man doch auch mal um die Welt segeln könnte, anstatt im Wald sein Geschäft zu verrichten. Ich habe versucht meine Gedanken ein bisschen weiter zu spinnen. Bin aber irgendwann an eine Blockade im Kopf gestoßen. 

Nein! Es geht weiter, trotz der eigentlich zu langen Pause, trotz des zu vielen Schnee. Ob ich in Kanada ankomme ist mir ab jetzt egal. Ziel ist es so lange wie möglich hier zu bleiben! Ich werde mich wie versprochen mit Caroline in Ashland treffen. Sie hat ebenfalls die Sierra übersprungen und ist Oregon an der Küste entlang gewandert und ist somit das schneebedeckte Oregon „Umlaufen“. Auch sie möchte jetzt Southbound, wie ich, durch die Sierra. Auch wenn viele hundert Meilen schneefrei sind, gibt es einige Gefahren. Der Wasserbericht ist zum Beispiel nicht aktuell, weil viele dieses Jahr diese Gegend noch gar nicht erreicht haben.

Morgen früh geht es dann zurück zum Trail!

Jan

2 Replies to “03.07.2017 – Die Zwangspause ist vorbei! 

  1. Hallo Jan, mein lieber Junge !
    Jetzt bist du auf dem richtigem Weg !!
    Ich kann deinen Sinneswandel 1oo % nachvollziehen.
    Mach weiter so und du verstehst den Sinn des Lebens.
    Liebe Grüsse, Papa

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