Nach ein paar Tagen San Francisco bin ich mit dem Greyhoundbus nach Ashland (Süd-Oregon) gefahren. Da die Betten in der Theaterstadt ziemlich teuer sind, versuchte ich über die Plattform „Couchsurfing“ eine kostenlose Schlafgelegenheit zu finden. Und tatsächlich konnte ich 3 Nächte bei Karen unterkommen. Eine super nette Frau die mir ein komplettes Gästezimmer, Waschraum und Badezimmer frei zur Verfügung stellte. 

04.07.2017

Gleich der erste Tag sollte für mich einfach nicht rund laufen. Frisch aus der Sierra wollte ich erstmal einiges an Ausrüstungsgegenständen zur Post bringen und mir vorausschicken. Da wäre Bärenkanister, Eisaxt, Spikes, warme Klamotten und einiges weiteres. Nur leider war Independence Day. Da hat wirklich ausnahmsweise mal wirklich kein Postamt geöffnet. So ein misst. Nagut. So geht es eben mit gefühlten 20kg ab aufm Trail. 

Ein Hitch ließ nicht lange auf sich warten. Caroline hielt ein Schild mit Mt. Ashland hoch und ich hielt den Daumen raus. Ein ehemaliger PCT Hiker, der nun in Ashland lebt und dessen Frau er ebenfalls auf dem PCT kennengelernt hat, hat uns direkt mitgenommen.

Am Trailhead angekommen, habe ich schnell auf die Kartenapp geschaut um herauszufinden in welche Richtung wir Laufen müssen. Natürlich Richtung Süden! Wir wollen ja jetzt Southbound laufen. So liefen wir eine Zeit lang, bis ich Probleme mit meiner App bekommen habe. Die Meilen gehen irgendwie ins Negative. Ich habe mir dann nochmal bei Google Maps den Trail angeschaut und realisiert, das der Trailhead Richtung Süden sich in Richtung Norden wendet. Wir sind also komplett in die verkehrte Richtung gelaufen. Huch mein Fehler! Aber Caroline hat eher ein Lachanfall bekommen, als sauer auf mich zu sein. 😂 So ging es gute 2 Meilen wieder zurück um dann endlich in Richtung Süden zu beginnen. Nach ca. 6 Meilen haben wir dann auch unser Camp errichtet. 

05.07.2017

Der zweite Tag war eher ein sehr anstrengender Tag. Es gab einige Berge hoch und wieder runter zu laufen. Am Ende des Tages hatten wir eigentlich kaum was geschafft.

06.07.2017

Am dritten Tag hatten wir uns richtig was vorgenommen, erst wollten wir die Grenze Kaliforniens erreichen und anschließend es soweit wie möglich schaffen um schon morgen in Seiad Valley zu sein. 

Doch gleich schon früh morgens erreichten wir die erste Hürde. Ein riesiges Schneefeld. Und der Trail war für uns nur am anderen Ende des Hügel zu erreichen. So schnappte ich mir meine Eisaxt (gut das ich sie mir nicht per Post versendet habe 😂) und versuchte einige Stufen in den noch harten Schnee zu hacken. Das hat dann auch, mit einigen Wacklern, ganz gut geklappt. 

Am Ende des Tages schauten wir ernüchtert auf unsere erreichten Meilen. Denn das Problem war heute, dass uns viele Bekante Gesichter, die natürlich auch die Sierra übersprungen haben Und jetzt Richtung Oregon unterwegs sind, entgegengekommen sind. Ich glaube ich habe mindestens 7 Deutsche getroffen. Einer sogar aus Osnabrück. Viele Gesichter kannte man schon aus der Facebook Gruppe. So verquatschten wir heute bestimmt 4 Stunden! Naja wenigstens haben wir beide mit Irene und Stephan Behrens an der Grenze Oregon/Kalifornien noch ein Foto machen können. 

07.07.2017

Der vierte Tag war der härteste. Es ist nach wie vor ca. 35 Grad warm. Daran ändert sich auch erstmal nichts mehr und aufgrund unseres „Social Hike“ am Vortag hatten wir nun 24 Meilen bis nach Seiad Valley übrig. So versuchten wir früh aufzustehen und schnell einige Meilen abzureißen. 

Tatsächlich hatten wir gegen Mittag schon die kompletten Meilen vom Vortag erreicht. Nun geht es „nur“ noch ein Schotterweg über die Berge und hinab ins Tal. Aber dieser Weg war brutal. Die Steine bisschen sich in meine Füße, die Hitze speicherte und strahlte die Hitze in alle Richtungen aus.

Abends habe ich dann nach ca. 21 Meilen mein Zelt irgendwo aufm Anhang errichtet und gegen 22 Uhr geschlafen.

08.07.2017

Gleich morgens früh aufgestanden wollte ich schnell die letzten 3 Meilen hinab ins Valley laufen. Hier im Tal ist natürlich mal wieder „Tripple-Digit-Wetter“ angesagt.

Und wie fast immer auf dem PCT Laufen wir nicht wirklich in eine Weltstadt hinein. Sondern sind froh, dass dieses Dorf ein Cafe und ein kleinen Kiosk hat.

Jan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.